Natura 2000 – Steiermark

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Nr. 41 Ennstal zwischen Liezen und Niederstuttern

Größe: 2.558,5 ha

Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Liezen

Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Weißenbach bei Liezen, Liezen, Wörschach, Pürgg-Trautenfels, Stainach, Lassing, Aigen im Ennstal, Irdning

 

Mittlere Seehöhe: 670 m

Das Vogelschutzgebiet „Ennstal zwischen Liezen und Niederstuttern“ erstreckt sich mit einer Größe von etwa 2.560 ha von Selzthal im Osten bis hin nach Pruggern im Westen. Dabei folgt es im Wesentlichen dem heutigen Verlauf der Enns und schließt dabei beidseitig der Enns Grünland-, Moor-, und Auenbereiche im Talboden mit ein. Nordwestlich von Wörschach sowie im Umfeld von Pürgg wurden zudem einige ausgelagerte Felswände mit in das ESG Nr. 41 aufgenommen, um Niststandorte für Uhu und Falken zu sichern. Des Weiteren sind in das Vogelschutzgebiet im Ennstal auch mehrere FFH-Schutzgebiete eingebettet. Das sind Bereiche, die aufgrund der besonderen Dichte an ökologisch wertvollen Lebensräumen bzw.  gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zusätzlicher Aufmerksamkeit hinsichtlich Schutz und Pflege bedürfen. Dazu zählen die ESGs Nr. 4 „Wörschacher Moos“, Nr. 7 „Altarme bei Niederstuttern“, Nr. 8 „Gerdorfer Altarm“ und Nr. 21 „Gamperlacke“ (siehe Gebietsliste).

 

Ennstalwiese und Auwaldrelikt nahe Niederstuttern

Ennstalwiese und Auwaldrelikt nahe Niederstuttern

Knäul-Glockenblume (Campanula glomerata)

Knäul-Glockenblume (Campanula glomerata)

 

 

 

 

 

 

 

 

Die hohe Dichte an abwechslungsreichen Strukturen und Lebensräumen, bestehend aus Fließ- und Stillgewässern, Moorbereichen, Auwald-, Laub-, Misch- und Moorwaldbeständen, Felswandbereichen, die an den Talflanken aufragen, sowie das Mosaik aus Wiesenflächen unterschiedlichster Nutzungsart und –Intensität ist Ursache für die Einzigartigkeit, die das Ennstal Landschaftlich sowie Ökologisch auszeichnet. Als wichtiger Faktoren dafür, warum viele dieser Lebensräume im Ennstal erhalten blieben, ist die über einen langen Zeitraum hinweg traditionell extensiv und naturnah betriebene Land- und Forstwirtschaft zu nennen.

Der landschaftliche Reichtum spiegelt sich auch im Artenreichtum der hier beheimateten und anzutreffenden Vögel wider. Dabei unterscheidet man solche, die das Ennstal über das ganze Jahr hinweg bewohnen und solche, die nur periodisch vorkommen und geeignete Lebensräume als Brut- und Nahrungshabitate oder als Überwinterungsquartiere nutzen.

 

Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)

Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)

blumenreiche Ennstalwiese

blumenreiche Ennstalwiese

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wachtelkönig (Crex crex), ein Wiesenvogel aus der Familie der Rallenvögel, hat in vergangenen Jahren besonders durch die Diskussion über den Ausbau der Ennstalbundesstrasse stark an Bekanntheit zugelegt, aber auch die Gemüter geteilt. Durch anhaltende landwirtschaftliche Intensivierungen sind sämtliche österreichische Bestände stark rückläufig und mancherorts bereits erloschen. Im inneralpinen Raum stellen heute die Talräume von Mur, Mürz und Enns die letzten verbliebenen Verbreitungsareale dar, worunter dem Ennstal eine besondere Bedeutung zugemessen wird. Durch gezielte Maßnahmen im Rahmen von Natura 2000 sowie jährliche Bestandeskontrollen (Monitoring) soll der Wachtelkönigbestand stabilisiert und nachhaltig verbessert werden.

 

Wachtelkönig

Wachtelkönig

sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)

sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)


 

 

 

 

 

 

 

Neben dem Wachtelkönig findet man viele weitere gefährdete Vogelarten im Ennstal. Einige Besonderheiten darunter sind Wespenbussard (Pernis apivorus), Wanderfalke (Falco peregrinus), Kleines Sumpfhuhn (Porzana parva), Eisvogel (Alcedo atthis), Neuntöter (Lanius collurio) und Grauspecht (Picus canus).

Helfen auch SIE, dem Wachtelkönig im Ennstal ein Überleben zu sichern!

Mähen Sie von innen nach außen oder von der einen Seite zur anderen und nicht von außen nach innen. Wachtelkönige werden auf diese Weise bei der Mahd nicht eingeschlossen und mit gemäht sondern können in benachbarte Wiesen flüchten.

Mähen Sie mit Schrittgeschwindigkeit. Aufgeschreckten Wachtelkönigen wird somit die Flucht ermöglicht.

Belassen Sie ungemähte Streifen / Bereiche bei der Mahd und mähen Sie diese erst ein bis zwei Wochen später. Wachtelkönige und ihre Jungen (kleine schwarze Kücken) finden in diesen Streifen vorübergehend Deckung und haben Zeit sich neue Areale zu suchen.

Düngen Sie binnen 10 Tagen nach der Mahd und Verzichten Sie auf ein befahren der Wiesen außer zu Bewirtschaftungszwecken.

Wenn Sie einen Wachtelkönig in Ihren Wiesen hören oder sehen, besteht die Möglichkeit, über das „Wachtelkönig-Sofortprogramm“ der Naturschutzabteilung eine freiwillige Verzögerung der Mahd um 10 Wochen entgolten zu bekommen (600 Euro/ha; Kann nur für Flächen beantragt werden, die nicht bereits im ÖPUL sind!).

Bitte informieren Sie uns bei einer Wachtelkönig-Sichtung auch unverbindlich!

 

Bei Fragen bzw. Wachtelkönig-Sichtung:

ZT-Kanzlei Dr. Hugo Kofler
Ansprechpartner: Johannes Reitsamer
Tel.Nr.: 0664 / 8548017
E-Mail: ennstal@zt-kofler.at

 

Ennstal zwischen Liezen und Niederstuttern: Infopoint-Tafel 1

Ennstal zwischen Liezen und Niederstuttern: Infopoint-Tafel 2

Ennstal zwischen Liezen und Niederstuttern: Infopoint-Tafel 3

Ennstal zwischen Liezen und Niederstuttern: Infofolder