Nach nunmehr 4 Jahren Laufzeit hat sich die Heupelletierung einen Namen gemacht. Das Naturschutzprojekt – Entsorgung von Heu aus Naturschutzwiesen mit Heupelletierung – wurde vom Verein L.E.i.V. und der Forschungsgeesellschaft Joanneum Research mit Hilfe der Naturschutzabteilung Steiermark ins Leben gerufen. Weil zahlreiche Betriebe die Grünlandbewirtschaftung aufgegeben haben galt es, eine Fläche von ca. 1200 ha Naturschutzwiesen in eine ordentliche und naturschutzgerechte Pflege zu überführen. Der Verein Lebende Erde im Vulkanland übernahm die Vorfinanzierung und finanzielle Abwicklung des Projektes. Dr. Andreas Breuss als Projektkoordinator ist es in weiterer Folge gelungen, einen Interessentenkreis aus der heimischen Schweinelandwirtschaft zu finden und den Nachfolgeverein Heu und Pellets zu gründen, dem die Anlage kostenlos übergeben wurde. Dort hat man nochmals investiert und die Anlage aufgestockt. Beim Tag der Offenen Tür in Halbenrain gab es nun eine Möglichkeit zur Besichtigung mit Führung durch die Betreiber Gemeinschaft. Günther Weiss, Obmann des Vereines Heu und Pellets, aus Hürth bei Halbenrain und seine Mitarbeiter gaben eine Pressekonferenz. Landesrat Dr. Gerhard Kurzmann, Abgeordneter zum Landtag Anton Gangl und Bauernbundpräsident Gerhard Wlodkowsky waren gekommen, um sich von der Heupelletierung ein Bild zu machen. Auch die Vertreter des Naturschutzes, Mag. Dietlind Proske, die Gebietsbetreuer der Europaschutzgebiete Dr. Andreas Breuss und Mag. Bernd Wieser und die Kammerfunktionäre Siegfried Klobasser und DI Alfred Kindler stellten sich zu diesem Anlass in Halbenrain ein. Über 200 Interessenten kamen, um sich die Anlage anzusehen. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Naturschutzverein L.E.i.V. und Bauerngemeinschaft besteht in der Lieferung von Naturschutzheu für die Pelletierung.

Wiese Wörth 1

Wiese Wörth 1

Wiese Wörth 2

Wiese Wörth 2

Zuwachs erwartet das Europaschutzgebiet Lafnitztal. Vor einigen Tagen wurden letzte Details geklärt, die Verträge unterzeichnet und nun ist es Gewissheit, dass eine wertvolle Fläche weiterhin im Sinne des Naturschutzes und der nachhaltigen Kulturlandschaftspflege bewirtschaftet wird. Durch das private und große finanzielle Engagement einer Liebhaberin bunter Wiesen wurde bei Wörth an der Lafnitz, direkt an das Europaschutzgebiet Lafnitztal angrenzend, eine 2,2 ha große Fläche mit einer artenreichen Wiese, einzelnen Bäumen und Hecken sowie einem Acker, angekauft. Seltenheiten wie die Sibirische Schwertlilie, das Preußische Laserkraut, die Sumpfschafgarbe, der große Moorbläuling sowie Feuerfalter werden somit auch zukünftig ihr Zuhause auf diesem Stück Land behalten, da die neue Eigentümerin, die vorläufig nicht genannt werden will, umgehend um die Aufnahme des Grundstückes in das Schutzgebiet ansuchte. Im Zusammenhang mit der Abwicklung der vertraglichen Agenden sei an dieser Stelle sehr herzlich dem Notariat Hartberg sowie Herrn Prof. Hans Rieger gedankt.

Li na Re: Dr. Kaufmann, Mag. Proske, Mag. Pfeiler, Dr. Breuss, KO Riedl, KO Klobasser, KS Kindler und KS Vorraber - Foto Mag. Wieser

Die Bezirke Feldbach und Radkersburg haben 2 Europaschutzgebiete = NATURA 2000 Gebiete mit Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitatschutzstatus. Seit einigen Jahren gibt es regelmäßige Gespräche zwischen Bezirksbauernkammern und Naturschutz. Dr. Paul Kaufmann, juristische Zuständigkeit für das Europaschutzgebiet Nr. 14 (Südoststeirisches Hügelland) hat zu diesem Jour-Fixe eingeladen und war gemeinsam mit Mag. Dietlind Proske (Sachbearbeiterin NATURA 2000) von Seiten der Fachabteilung Naturschutz gekommen. Kammerobmann Peter Riedl begrüßte die Diskussionsrunde und wies auf eine gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren hin. Auch Kammerobmann Siegfried Klobasser, die Kammersekretäre Ing. Hubert Vorraber und DI Alfred Kindler, Bezirksnaturschutzbeauftragter Mag. Johann Pfeiler sowie die beiden Gebietsbetreuer Dr. Andreas Breuss und Mag. Bernard Wieser Nahmen an den Gesprächen teil. Besprochen wurden Themen wie Blauracken-Schutzprogramm, Fruchtfolge im Maisbau, Grünlandumbruchproblematik, Entwicklungen im Weinbau, die neue Greening-Maßnahme und mögliche Auswirkungen auf die Umwelt, Eigentum und die Wirtschaftlichkeit der Betriebe, die K 20 Problematik, die Ausnahmegenehmigung für den Krähenabschuss und die Schulung von Jägern diesbezüglich. Es gäbe noch viel mehr Themen, doch die Sachlichkeit, die im Rahmen dieser Gespräche zu beobachten ist, ist auch beispielgebend und wäre wünschenswert für die gesamten steirischen Bezirke und Europaschutzgebiete.

18.März 2012

Hans Kern, Berg- und Naturwächter und Vorstandsmitglied im Verein L.E.i.V. führt heuer zwei Streuobst-Schnittkurse durch. Beim ersten war auch ORF-Steiermark mit Pauli Prates dabei.

Kaum ist der Winter vorbei, geht es auch schon los mit der Amphibienwanderung. Die Tiere, die in den Wäldern in Schlupflöchern überwintert haben wurden durch ihre Hormone aufgeweckt und marschieren jetzt in Richtung Laichbiotop. Mit Tageslänge und Wärme nimmt der hormonelle Einfluss zu. Wenn dann der Laichteich die ideale Wassertemperatur hat (ca. 10-12°C), beginnt die Froschhochzeit (slow. Zábe) und das Ablaichen. Die Wanderung ist gefährlich. Die Äcker werden zur Zeit bearbeitet, die Straßen fordern hohen Blutzoll und es gibt auch Fressfeinde, die sich auf diese leichte Beute stürzen. Außerdem ist in den letzten Jahren der Lebensraum der Amphibien schlechter geworden, sodass es heute nur noch 30 % des Bestandes von vor 15 Jahren gibt. Der Rückgang kann auch mit einer Krankheit zusammenhängen, die über Besatzfische in die Laichteiche eingebracht wurde. Genaue Untersuchungen zu diesem Thema fehlen regional jedoch noch.

An zahlreichen Stellen in der Steiermark sind Freiwillige tätig, denen das Schicksal der Amphibien nicht egal ist. Sie mühen sich über ein Monat lang ab, errichten die Zäune, transportieren die Tiere über die Straßen zum Laichgewässer und bauen die Zäune am Ende der Wanderung wieder ab. Das Sammeln am Straßenrand ist nicht ungefährlich. Rücksichtslose Autofahrer gefährden die Arbeit zusätzlich. In der Dämmerung müssen sich die Sammler durch gut reflecktierende Bekleidung schützen. Zahlreiche Schulen unterstützen diese Aktion im Rahmen ihres Biologie-Unterrichtes. Wann kann man schon so viele, sonst sehr heimlich lebende Tiere sehen. Auch unsere Gebietsbetreuer kümmern sich um die Amphibienschutzaktionen und koordinieren diese in den Europaschutzgebieten und darüber hinaus.

Was kann jeder beitragen, um die Amphibien zu schützen?

- Jedes Fahrzeug, das in der Abend-Dämmerung unterwegs ist, ist ein potentieller Killer. Bei einer Fahrzeugdichte von nur 7 Autos in der Minute, wird die Zahl der laichfähigen wandernden Amphibien um 90 % reduziert. Bis ein Tier alt genug ist um sich fort zu pflanzen, braucht es immerhin 4 Jahre und deshalb ist der Verlust der laichfähigen Tiere der Gravierendste für eine Population. Wenn es am Abend regnet oder die Straßen noch feucht sind, bleiben die männlichen Tiere oft auf den Fahrwegen, weil sie dort eine gute Übersicht haben und sich ein Weibchen schnappen möchten.

- Jede Gartenanlage kann ein Amphibienlebensraum werden, wenn man genug Strukturen in den Garten aufnimmt und vom englischen Rasen flächendeckend abweicht. Der Gartenteich mit Fischen ist nicht für den Laicherfolg geeignet. Die Fische fressen den Laich. Nur wenn genügend Platz ist können beide nebeneinander existieren. Amphibien fressen übrigends auch Laich! Verstecke für Amphibien im Garten sind Laubhäufen, Kompostierungen, liegendes Totholz oder auch Steinmauern. Den Schnecken geht es dann an den Kragen.

- Die Abdeckgitter für die Kellerfensterschächte sind oft tötliche Fallen für junge Amphibien. Sie fallen durch die Gitter und können nicht mehr entkommen. Also ab Ende Mai/Anfang Juni mit einem dichteren Zaungeflecht (Hasengitter) abdecken. So kommt genügend Außenluft in den Keller und die Tiere fallen nicht hinein.

- Wer noch mehr tun will, der meldet sich bei einem unserer Gebietsbetreuer. Es wird sich eine Arbeit finden lassen!

Zu Ostern ist es zumindest im Süden der Steiermark vorbei mit der Hin-Wanderung. Die Kröten wandern nach dem Laichvorgang schlagartig (in nur wenigen Stunden) gemeinsam zurück in den Wald und verkriechen sich nochmals bis in den Mai. Dann geht das normale Leben los.

Auf die Wichtigkeit des Schutzes unserer natürlichen Gewässer und des Trinkwassers wird am Internationalen Weltwassertag hingewiesen: ein großer Aktions- und Informationstag zu diesem äußerst wichtigen Thema findet am 22. März 2012 in Leibnitz und Umgebung statt. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

 

1000 Wanderer aus 4 Nationen beteiligten sich am 29. Jänner 2012 an der diesjährigen Ramsarwanderung. Der Ramsartag gedenkt an ein internationales Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten in der iranischen Stadt Ramsar, welches seit dem Jahre 1971 von 160 Staaten ratifiziert wurde. Über 50 Naturschutzvereine luden zu diesem Zweck die Einwohner des Murtales an einen Abschnitt, welcher durch ein weiteres Kraftwerk gefährdet ist. In Hrastje Mota soll nach den Wünschen der Bürgermeister von Gornja Radgona und Radenci ein Wasserkraftwerk entstehen. Ein Hohn, bedenkt man die triste Situation an der Mur mit einem Durchfluss von nur noch 60 % des üblichen Niedrigwassers. Man kann schon beinahe trockenen Fußes über den Fluss gehen. Allein der Verlust von Auwald entlang des Flusses würde mehr Einbuse an Energie bedeuten, denn ein Wasserkraftwerk hier jemals erzeugen könnte. Slowenische Experten rechneten ein 10 x höheres Einkommen für deutlich mehr Nutznieser durch die energetische Nutzung des Auwaldes in diesem Abschnitt vor. Von den Kraftwerken würden nur wenige profitieren und sie müßten von Steuergeldern gebaut werden. Auch Thermendirektor Mladen Kucis bläßt ins selbe Horn. Für die Therme Radenci ist der Auwald und der Fluss ein Glücksfall.

Das Korbflechten ist ein aktiver Beitrag zum Schutz unserer traditionellen Kulturlandschaft. Immer mehr Menschen suchen nach einer Bedeutung, einer Identität. Das gewohnte Umfeld hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Nachteil verändert. Die Welt wird immer schnelllebiger. Ein Segen, dass altbewährte Beschäftigungen, die handwerkliches Geschick benötigen, die tägliche Hektik vergessen lassen. Die meditative Seite des Korbflechtens und Besenbindens, einer zeitlosen Beschäftigung, kuriert die Seele vom täglichen Stress. Die Korbflechtergemeinschaften, die überall im Vulkanland entstehen, werden immer größer. Das benötigte Material wird schön langsam knapp. Also ist es wieder an der Zeit neue Korbweiden zu pflanzen. Diese brauchen viel Sonne und mehr oder weniger gut durchfeuchtete Böden.

Kursleiter Leopold Riedrich, Obmann der Korbflechter unterrichtet die neuen Korbflechter in der Kunst des Weidenflechtens. Es gibt aber auch aktive Strohkorbflechter, die ihre Kunst weitergeben und das benötigte Material und Werkzeug mitbringen. Also vorbeischauen, wenn am nächsten Freitag wieder geflochten wird. Im Haus der Vulkane in Stainz/Straden.

Schon seit einigen Jahren stand für die STEWEAG-STEG fest, dass die Blauracken-Leitung zwischen Muggendorf und Waldsberg abgebaut wird. Eine Verkabelung ersetzt diese heute. Für den Artenschutz eine mittlere Katastrophe, passieren doch über 90 % der Ansitzereignisse auf den Leitungen im Brutgebiet. Also mußte hier gehandelt werden. Wie immer stand der Verein L.E.i.V. Gewehr bei Fuß und übernahm die Planung, Organisation, Durchführung und rechtliche Verantwortung für die zahlreichen neuen Leitungsstücke, die anstatt der alten Trasse errichtet wurden. Was unter normalen Umständen eine unmögliche Sache ist, dass Grundeigentümern der Errichtung von Masten und Spannfelden auf ihren Grundstücken zusagen, ist hier im Blaurackengebiet für die meisten Wiesenbesitzer eine Selbstverständlichkeit. Jahrelange Erfahrung mit dem Artenschutz und Vertrauen in die Europaschutzgebietsbetreuung machen dies möglich. Auf diesem Weg ein “Danke schön” an alle beteiligten Grundbesitzer. Weiterlesen »

Urlaubsgäste aus Niederösterreich machten während einer Wanderung in der Nähe des Waldbades von Heimschuh einen ungewöhnlichen Fund: die neben dem Weg liegende Knolle sah einer Trüffel zum Verwechseln ähnlich.

Dr. Christian Scheuer von der Uni Graz und der Pilz-Experte Mag. Heinz Prelicz untersuchten die von mir getrockneten Scheiben der Knolle und kamen zum selben Ergebnis: es handelt sich um die “Deutsche Weiße Trüffel”, lat. Choiromyces maendriformis.

Zitat aus DÄHNCKE  R.  M.  (1992)  -  200 Pilze. 180 Pilze für die Küche und ihre giftigen Doppelgänger. AT Verlag Aarau Stuttgart: Weiterlesen »

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