Natura 2000 – Steiermark

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Größere Fließgewässer des Gebietes sind die Laßnitz, die Sulm, die Saggau und der Pößnitzbach. Neun Fischarten des Anhanges II der FFH-Richtlinie finden sich in diesen Fließgewässern, darunter auch der Huchen, der größte ständig im Süßwasser lebende Lachsfisch. Sein Hauptlebensraum im Europaschutzgebiet ist der mittlere Sulmabschnitt von der Saggaumündung bis zum Steinernen Wehr. Dabei handelt es sich allerdings um eine individuenschwache Restpopulation. Durch die Umsetzung gezielter Maßnahmen ist die langfristige Erhaltung der Population jedoch möglich.

Zu den Karpfenfischen zählt die Hundsbarbe, auch Semling genannt. Sie bevorzugt zumeist schnell fließende und sauerstoffreiche Gewässer. Allerdings kann diese kleine Barbenart dank spezieller Anpassungen auch in kleineren, sandig-schlammigen Flüssen wie dem Pößnitzbach überleben, wo sie zwischen Arnfels und der Einmündung in die Saggau ihren Verbreitungsschwerpunkt hat. Noch weitgehend unbekannt sind die Lebensraumansprüche des in der Laßnitz vorkommenden Frauennerflings. Der maximal 40 cm lange Karpfenfisch bevorzugt im Allgemeinen tiefere Gewässerstrecken mit zügiger Strömung, wandert aber zum Ablaichen in flachere Bereiche. In den tieferen Fließgewässerabschnitten der Sulm lebt auch der Streber. Ihm fehlt die Schwimmblase, sodass er sich nur sprungartig auf dem Gewässergrund fortbewegen kann.

In ruhigen Fließgewässerabschnitten hingegen findet sich der Weißflossengründling. Derzeit existiert lediglich ein lokales Vorkommen im renaturierten Sulmabschnitt bei Heimschuh. Der Bestand ist gering, scheint sich aber als Folge der Renaturierungen zu vergrößern. In dieser Strecke, aber auch in der Laßnitz wurde der extrem kurzlebige Bitterling nachgewiesen. Er wird in der Regel nur zwei bis drei Jahre alt. Ungeklärt ist, ob sich der Bitterling derzeit in ausreichendem Maße fortpflanzen kann, da er für sein Laichgeschäft auf das Vorkommen bestimmter Großmuscheln angewiesen ist.
Der Steinbeißer lebt als typischer Grundfisch am Boden klarer, fließender oder stehender Gewässer mit sandigem Grund. Nachgewiesen wurde er mit jeweils einem Exemplar in der Sulm und im Pößnitzbach. Ausschließlich im Sulm-Unterlauf, und zwar im Stauwurzel- bzw. im Staubereich des Wasserkraftwerkes Retznei, wurde der Rapfen oder Schied gefunden. Es ist aber anzunehmen, dass er zumindest zur Fortpflanzung in die flussaufwärts gelegenen, schneller strömenden Bereiche aufsteigt, wo auch geeignete Laichgründe vorhanden sind.

Beim Ukrainischen Bachneunauge handelt es sich nicht um einen Fisch, sondern um ein so genanntes Rundmaul. Die meiste Zeit seines Lebens verbringt das Bachneunauge im Larvenstadium (Querder), das drei bis vier Jahre dauern kann. Während dieser Zeit lebt es im Sand verborgen. Nur das Maul ragt aus dem Wasser, um Schwebteilchen aus dem Wasser zu filtern. Günstige Lebensraumbedingungen hat das Ukrainische Bachneunauge heute nur noch im Pößnitzbach, wobei sich potenzielle Lebensräume auch an der Laßnitz und in der Sulm finden. Neben der hohen Fischartenzahl ist auch das Vorkommen des Lebensraumtyps Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri und des Bidention an Laßnitz, Sulm und Pößnitzbach bemerkenswert. Dieser Lebensraum umfasst schlammige Ufer naturnaher Fließgewässer mit einer kurzlebigen und meist artenarmen Pioniervegetation.

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