Natura 2000 – Steiermark

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Landnutzung in Natura 2000 Gebieten

Natura 2000 hat großes öffentliches Interesse geweckt, aber auch zu gewissen Befürchtungen bei Land- und Forstwirten geführt. Die Bedenken hinsichtlich Natura 2000 sind durchaus verständlich: abgesehen von den Binnengewässern und dem Hochgebirge handelt es sich bei den meisten von Natura 2000 erfassten Landschaftsräumen um landwirtschaftlich genutzte oder bewaldete Gebiete. Diese naturnahen Flächen wurden durch menschliche Tätigkeiten geschaffen und unterhalten.
Ihre natürlichen Merkmale würden häufig mit dem Ende der Landbewirtschaftung oder der Tierhaltung verschwinden (Bsp: Alpine Kalkrasen, Mediterrane Trockenrasen, Magere Flachland-Mähwiesen, Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder).
Anders als in landwirtschaftlichen Kreisen vermutet, hat Natura 2000 nicht das Ziel, ausschließlich Naturschutzgebiete zu schaffen oder in den vorgeschlagenen Gebieten sämtliche menschlichen Aktivitäten zu unterbinden. Dies wäre nicht möglich und auch nicht wünschenswert. Abgesehen von einigen Ausnahmen werden die Natura 2000 – Gebiete produktiv bewirtschaftet.

Landwirtschaft und Naturschutz in den Natura 2000 – Gebieten können voneinander profitieren, wenn sie auf denselben Parzellen zusammenarbeiten:

  • die Gebiete profitieren von einer angepassten landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, die durch ständig anwesende Personen erfolgt und die weniger kostspielig ist, als wenn sie von außen verwaltet würden
  • die Landwirte erhalten eine Entlohnung für ihre Dienstleistungen, die transparent und nachvollziehbar für alle Mitbürger ist
  • die mit der Landwirtschaft zusammenhängenden Tätigkeiten steigern die Attraktivität der Regionen: Direktvermarktung von Fleisch, Käse oder Wein mit Herkunftsnachweis aus Natura 2000 – Gebieten, Förderung des ländlichen Tourismus im Zusammenhang mit dem Entdecken der Natur.

Natura 2000 könnte zum konkreten Zeichen dafür werden, dass die Landwirtschaft des 3. Jahrtausend tatsächlich multifunktional wird.

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