Natura 2000 – Steiermark

Webseite der Gebietsbetreuer der steirischen Europaschutzgebiete

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Nr. 5 Ober- und Mittellauf der Mur mit Puxer Auwald, Puxer Wand und Gulsen

Größe: 1.307,6 ha

Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Murau, Murtal, Leoben

Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Predlitz-Turrach, Stadl an der Mur, Falkendorf, St. Ruprecht ob Murau, Murau, Laßnitz bei Murau, Triebendorf, Frojach-Katsch, Teufenbach, Niederwölz, St. Lorenzen bei Scheifling, Scheifling, Unzmarkt-Frauenberg, St. Georgen ob Judenburg, Pöls, St. Peter ob Judenburg, Judenburg, Fohnsdorf, Maria Buch-Feistritz, Zeltweg, Spielberg bei Knittelfeld, Großlobming, Apfelberg, St. Margarethen bei Knittelfeld, Knittelfeld, Kobenz, St. Lorenzen bei Knittelfeld, St. Marein bei Knittelfeld, Feistritz bei Knittelfeld, Kraubath an der Mur, St. Stefan ob Leoben, St. Michael in der Obersteiermark, Leoben, St. Georgen ob Murau.

 

Die Mur entspringt in ca. 1950 m Seehöhe in Form einer Schuttquelle am Flachkar im Zentralalpengebiet. Nach etwa 453 km mit einem Gesamteinzugsgebiet von 13.824 qkm bei Legrad mündet sie in die Drau. Die ersten 60 km fließt die Mur in Salzburg, die restlichen 290 km auf österreichischem Staatsgebiet liegen in der Steiermark.

Ober- und Mittellauf der Mur

Beim Ober- und Mittellauf der Mur, von Predlitz (Murau) bis St. Erhard (Leoben), handelt es sich um Fließgewässerabschnitte, deren Morphologie, Dynamik sowie Umlandsausprägung Veränderungen gegenüber dem ursprünglichen Flußtyp beispielsweise durch jahrhundertelange Landnutzung erfahren haben, die jedoch nicht durch systematische flußbauliche oder energiewirtschaftliche Eingriffe in ihrem Charakter verändert sind. Aufgrund von Eingriffen für Flößerei und Schiffahrt wurde der Fluss jedoch schon früh auf eine Hauptwasserrinne festgelegt.

Die vorherrschenden Talformen sind Sohlen- und Kerbtäler. An Flusstypen findet man gestreckte, pendelnde, gewundene, mäandrierende Formen und Talmäander, die eigentlich dem gestreckten Typ angehören.

Vom Huchen über die Fledermaus

Die Ufertamariske und der Fischotter sind in diesem Gebiet vorkommende Arten. Weiters bildet die wichtigste rezente Art für das Gebiet der Huchen, der hier den Kernbestand der Steiermark ausmacht. Dieser besiedelt mit einer Länge von ca. 1 Meter als größter Lachsfisch Mitteleuropas kühle, schnellfließende, sauerstoffreiche Gewässer. Er besitzt eine Revierlänge von ca. 1 km Flussstrecke und führt Wanderungen bis über 10 km durch.

Zahlreiche nennswerte Wochenstuben von Fledermäusen (zb Rhinolophus hipposideros -Kleine Hufeisennase, Myotis myotis – Großes Mausohr, Plecotus auritus – Braunes Langohr, Eptesicus nilssoni – Nordfledermaus) findet man in der höheren Umgebung, wobei hier Höhlen vor allem wichtige Winterquartiere von Barbastella barbastellus (Mopsfledermaus) sind.

Murinsel Triebendorf

Im oberen Einzugsgebiet der Mur, nämlich zwischen Murau und Triebendorf, befindet sich im Flussbett eine Schotterinsel (Murinsel Triebendorf), die wegen der Vegetationsentwicklung und Tierwelt (Brutplatz vom Flussuferläufer) von gr0ßer ökologischer Bedeutung ist.

Puxer Auwald

Dieses Schutzgebiet – Auwald – befindet sich südwestlich von Scheifling, genauer zwischen den Gemeinden Frojach und Teufenbach am Fuße des Puxberges im oberen Murtal. Er schließt an die Murau von Frojach an und gliedert sich in einem links- und rechtsufrigen Teil. Jedoch wurde nur der linksufrige Teil, mit Begleitgewässern, sogenannten Gießen (= flussbegleitende Grundwassertümpel bzw. Gerinne) unter Schutz gestellt. Man trifft hier auf urwaldartiges Aussehen und der Auwald zeichnet sich vor allem durch seinen Altholzreichtum aus. Er ist gleichzeitig auch Rückzugsgebiet für an Feuchtstandorte gebundene Tiere  (zb. Gelbbauchunke, Koppe, Auen-Kammmolch)

Gulsen (Gulsenberg)

Auf den zur Mur abfallenden Hängen nordöstlich von Knittelfeld bzw. südlich von Kraubath ist ebenfalls ein Naturschutzgebiet anzutreffen. Aufgrund der Steilheit und der schwierigen Zugänglichkeit wurde das Gebiet in den obersten Hangbereichen in einem naturnahen Zustand erhalten. Die Eigenschaft von Serpentinböden, wie ausgeprägte Nährstoffarmut und die limitierende, weil toxische Wirkung bestimmter Schwermetallionen, bedingen die hier wachsenden Pflanzengesellschaften, die von hohem naturwissenschaftlichen Wert sind. Eine floristische Besonderheit ist die Serpentin-Hauswurz, eine in Österreich nur mehr auf diesem Standort vorkommende, endemische Pflanzenart. Neben den Schwermetallrasen findet sich hier der Trespen-Schwingel-Kalktrockenrasen als weiterer wichtiger Lebensraum.

Derartige Trocken- und Felsstandorte beherbergen eine reiche Kleintierwelt (Insekten, Schmetterlinge, Reptilien).