Natura 2000 – Steiermark

Webseite der Gebietsbetreuer der steirischen Europaschutzgebiete

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Nr. 4 Wörschacher Moos und ennsnahe Bereiche

Größe: 401,4 ha

Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Liezen

Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Wörschach, Aigen im Ennstal, Lassing, Weißenbach bei Liezen

 

Das Europaschutzgebiet „Wörschacher Moos und ennsnahe Bereiche“ liegt nur wenige Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt Liezen im mittleren steirischen Ennstal und gilt als eines der größten noch erhaltenen Talboden-Hochmoore in Österreich. Es umfasst eine Fläche von etwa 402 ha und eine breite Palette verschiedener, in enger Verzahnung liegender Lebensräume, welche allesamt stark von der Hydrologie des Moores abhängig sind. Wie überall in Österreich bemühten sich Landnutzer auch hier darum, vernässte Flächen mittels Drainagen trocken zu bekommen um landwirtschaftlich ertragreicher zu machen. Durch bereichsweise Abtorfung wurde die Hydrologie des Moores zusätzlich geschädigt.

Diese Bemühungen haben in Summe dazu geführt, dass nur mehr etwa 4,5 ha des insgesamt 207 ha großen Moorkörpers als lebendig bezeichnet werden können. Der überwiegende Rest der Fläche gilt als degradiert, allerding als noch wiederherstellbar.

 

Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii)

Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii)

Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris)

Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris)

  

 

 

 

 

 

 

 

Heute steigt das Interesse an den verbliebenen 10 % der österreichischen Moore unabhängig ihrer ökologischen Bedeutung. In Anbetracht des Klimawandels und der regen Diskussion zur Reduktion von Treibhausgasen wird immer öfter die Funktion der Moore als Kohlenstoffspeicher unterstrichen. Das saure Bodenklima ist Verantwortlich, dass abgestorbenes organisches Material nicht abgebaut wird und der darin vorhandene Kohlenstoff gebunden bleibt. Wenn aber der Wasserspiegel sinkt und die Flächen austrocknen wird der Kohlenstoff rasch in Form von gasförmigen CO2 abgegeben. CO2 ist ein Treibhausgas und mit ca. 20% am Treibhauseffekt beteiligt.

 

Libelle

Libelle

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus ökologischer Perspektive birgt das Schutzgebiet viele Highlights. Neben dem bereits erwähnten Hochmoor findet man natürliche Stillgewässer, Niedermoorbereiche, Moorwälder, Auwaldrelikte und artenreiche Grünlandbereiche. Diese natürlichen Lebensräume beheimaten wiederum viele seltene Arten, darunter Orchideen (Moor-Glanzstendel, Sumpf-Stendelwurz), Fledermausarten sowie Steinkrebse und Goldene Scheckenfalter. Bedeutung hat das Moor auch in Bezug auf die Vogelwelt. Als größtes naturnahes Feuchtgebiet des steirischen Ennstals bietet es einen wichtigen inneralpinen Brutplatz für Wasservögel und Wiesenbrüter wie Wachtelkönig (Crex crex), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Kleines Sumpfhuhn (Porzana parva) und Eisvogel (Alcedo atthis). Bemerkenswert ist auch die Anzahl an verschiedenen Durchzüglern, die das Gebiet lediglich als Rastplatz nutzen (z.B.: Kampfläufer (Philomachus pugnax), Fischadler (Pandion haliaetus), Doppelschnepfe (Gallinago media), Silberreiher (Casmerodius albus) und Weißstorch (Ciconia ciconia)).

 

 Wörschacher Moos und ennsnahe Bereiche: Infopoint-Tafel 1

Wörschacher Moos und ennsnahe Bereiche: Infopoint-Tafel 2

Wörschacher Moos und ennsnahe Bereiche: Infofolder