Natura 2000 – Steiermark

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Nr. 37 Steilhangmoor im Untertal

Größe: 14,2 ha

Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Liezen

Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Rohrmoos-Untertal

 

Ein sehr kleines, aber dennoch mit großem Wert, Europaschutzgebiet ist das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Steilhangmoor im Untertal“.

Ein kleiner wichtiger Teil des Untertals

Wenige Kilometer südlich von Schladming befindet sich im Untertal ein Hochmoor, das sich an einem nordexponierten, sehr steilen Unterhang eines Blocksturzes über den Blockmassen ein Hochmoor gebildet hat. Vorwiegend Torfmoose bilden einen dichten Teppich, der das Blockmaterial überzieht. Die Bildung eines derartigen Moores wird durch ein das Blockwerk durchziehendes Röhrensystem ermöglicht.

Abkühlende Wirkung

Das Steilhangmoor Untertal – auch Kondenswassermoor am Toteisboden genannt – ist ein seltener Moortyp. Es liegt in ca. 1000 m Seehöhe am Fuß des Krügerzinkens und ist von Schladming aus über Rohrmoos-Untertal erreichbar. Die Besonderheit des Moores ist sein raues Kleinklima, das durch den sogenannten Windröhreneffekt beeinflusst wird. In den Gesteinslücken des ehemaligen Felssturzgebietes bildet sich im Sommer ein abwärts gerichteter Luftstrom. Die Verdunstung des „Innenwassers“ führt zu einer markanten Abkühlung der Umgebung insbesondere in „Eiskellern“ also in Felsspalten, in denen die Lufttemperatur nur wenig über dem Gefrierpunkt liegt. Die sich an den steilen abgekühlten Blockhalden bildende Kondensfeuchtigkeit führt zur Entwicklung hochmoorartiger Moosdecken. Die Besonderheit des Toteisbodens ist die 30-50 cm „kleine“ Zwergbirke Betula nana, auf deren Zweigen die seltene Blattflechte Cetraria sepincola wächst.

Kleine Nebeneffekte

Weitere Besonderheiten sind unter anderem die Torfmoose, das Etagenmoos, Heidelbeere, Preiselbeere und die Moor-Nebelbeere, oder auch Rauschbeere genannt. Letztere wächst meist in Hochmooren und Waldmooren und auf feuchten torfhaltigen Boden.