Natura 2000 – Steiermark

Webseite der Gebietsbetreuer der steirischen Europaschutzgebiete

Header

Nr. 3 Schwarze und Weiße Sulm

Größe: 221 ha

Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Deutschlandsberg

Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Garanas, Gressenberg, Schwanberg, Wielfresen, Wernersdorf

 

Das Europaschutzgebiet „Schwarze und Weiße Sulm“ liegt im Oberlauf dere beiden Fließgewässer in der südwestlichen Steiermark an der Ostabdachung des Steirischen Randgebirges im Koralpenstock. Die Schwarze Sulm entspringt im Bereich der Bärentalalm im nördlichen Seekar der Koralm, die Weiße Sulm entspringt im Bereich der Brendlalm östlich des Wolschenecks an den östlichen Ausläufern der Koralm. Beide Flüsse fließen von Westnordwest nach Ostsüdost und vereinigen sich zwischen Pölfing-Brunn und Gleinstätten innerhalb des Weststeirischen Riedellandes zur Sulm.

Das Europaschutzgebiet entlang der Schwarzen Sulm erstreckt sich vom Quellgebiet (1.715 m) bis zur Brücke südlich Amtmannhöhe (445 m) etwa 2,5 km westlich Schwanberg auf einer Länge von etwa 20 km, meist in Form von abwechslungsreicher Schluchtstrecken. Es umfasst den vom Fließgewässer dominierten Schlauch des öffentlichen Wasserguts sowie darua perlenkettenartig aufgereiht mehrere flussnahe Bereiche in einem Flächenausmaß von jeweils 600 m² bis etwa 4 ha.

Das Europaschutzgebiet entlang der Weißen Sulm erstreckt sich vom Quellbereich (1.530 m) bis zum Ende der Sulmklamm südlich Guntschenberg (405 m) etwa 6 km westlich Wies auf einer Länge von etwa 12,2 km ebenfalls zumeist in Form abwechslungsreicher Schluchtstrecken. Vor dem letzten Teilstück, der Sulmklamm bei Guntschenberg (1,6 km lang) ist ein ca. 1,5 km langer Abschnitt NICHT Teil des Europaschutzgebietes (Bereich des Hochwasserrückhaltebeckens bis zum ehem. GH Herbstmühle). Auch entlang der Weißen Sulm besteht das Schutzgebiet aus dem vom Fließgewässer dominierten Schlauch des öffentlichen Wasserguts sowie darauf perlenkettenartig aufgreiht mehrere flussnahe Bereiche in einem Flächenausmaß von jeweils 0,8 ha bis knapp 57 ha.

Das Klima im Bereich der Koralpe ist von illyrischen Einflüssen geprägt, wie es in Österreich nur in den südlichen Regionen von Kärnten, Steiermark und Burgenland vorherrscht. Diese Bereiche sind gekennzeichnet von mediterranen Einflüssen: höhere Niederschläge im Frühjahr und Herbst, sowie eine höhere Sonnenscheindauer im Sommer und häufige Inversionen im Winter.

Die höher gelegenen Regionen ab etwa 1.200 m gehören zur Klimaregion der „Koralpe“: dieser Teil des Randgebirges darf als der windexponierteste angesehen werden. Insbesondere die Starkwinde aus dem Sektor Süd bis West sind dafür verantwortlich.Das Jahresmittel liegt bei 0 °C bis 5 °C (Jänner: -7 bis -3 °C; Juli: 9 °C bis 15 °C). Der Jahresniederschlag ist durch ein Sommermaximum geprägt (Juli: 150 – 180 mm), das Minimum fällt in den Winter (50 – 60 mm).

Die tiefer gelegenen Regionen unterhalb etwa 1.200 m gehören zur Klimaregion „Ostabdachung der Koralpe“: sie wird durch Ausläufer der Koralpe mit teils gut entwickelten Niveaus bis ca. 900 bis 1.000 m geprägt, in die sich Kerbtäler eingeschnitten haben. Das Jahresmittel der Temperatur liegt bei 5 °C bis 9,5 °C (Jänner: -3 °C bis -1 °C; Juli: 14 °C bis 19 °C).

Bei den Böden handelt es sich meist um kalkfreie Felsbraunerden aus kristallinen Schiefern und Hangschuttmaterial. Diese neigen zu hoher Durchlässigkeit und mäßiger Speicherkraft, damit zu hohem Oberflächenabfluss. Je nach Bestockung, Inklination und Sicherwasseranteil kommen auch tiefgründigere Böden vor und stellenweise ist die Humusierung bis zum Mull vorangeschritten, was immer wieder durch typische anspruchsvolle Mullbraunerdepflanzen angezeigt wird. Die Bodenreaktion ist stark sauer, es herrscht zumeist vollständige Basenfreiheit. Immer wieder beißt das Grundgestein in Form kleinerer bis mittlerer Felswände aus.

Eine österreichweite Besonderheit stellt die Eigenschaft der Schwarzen Sulm dar, innerhalb des Europaschutzgebietes die längste zusammenhängend erhalten gebliebene und unbeeinflusste Fließstrecke eines Fließgewässers mit zentralalpinem Einzugsgebiet zu sein.