Natura 2000 – Steiermark

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Nr. 21 Gamperlacke

Größe: 86,1 ha

Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Liezen

Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Liezen, Selzthal

 

Durchschnittliche Seehöhe: 630 m

Das Europaschutzgebiet (ESG) Gamperlacke liegt etwa 3 km südöstlich der Bezirkshauptstadt Liezen im Talboden des Oberen Ennstals und umfasst den namensgebende Ennsaltarm sowie einige der letzten naturnahen Auwaldbestände im Ennstal.

 

Gamperlacke

Gamperlacke

Exuvie

Exuvie

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf einer Fläche von gut 86 ha bilden Stillgewässer und verschiedene, durchwegs von hoher Bodenfeuchtigkeit geprägte Lebensräume ein dichtes, abwechslungsreiches Mosaik. Eine Vielzahl von Vögeln, Amphibien und Insekten findet hier geeignete Nahrungs- und Reproduktionsstätten.

Die Gamperlacke selbst stellt einen in Verlandung befindlichen, von der ursprünglichen Enns abgetrennten Altarm dar und wird vor allem im Westen von einer Reihe Klein- und Kleinstgewässer umrandet. Die Stillgewässer werden zum einen fischereilich genutzt und zum anderen von mancherlei Wasserpflanzen besiedelt, welche gerade für Frösche, Kröten, Unken und Molche geeignete Laichgewässer darstellen.

In der Umgebung der Gewässer findet man die bereits erwähnten Auwaldbestände. Diese werden vor allem von Silberweiden (Salix alba), Grauweiden (Salix cinerea) und beigemischten Grauerlen (Alnus incana) gebildet, welche zum Teil noch wasserständig sind. Dazwischen errichten Steifseggen (Carex elata) charakteristische Bulte, die mitunter in die offenen Wasserflächen hineinragen.

 

 

Gamperlacke

Gamperlacke

Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

  

 

 

 

 

 

 

 

In dem von der Altarmschlinge umgebenen, landwirtschaftlich genutzten Grünland (außerhalb des ESG) trifft man mitunter auf Elemente der ursprünglichen Feuchtwiesenvegetation, wie Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica), Wollgras (Eriophorum sp.) und Breitblatt-Knabenkraut (Dactylorhiza majalis, unterste Abbildung). Östlich und nordöstlich nahe der Gamperlacke befinden sich auch einige repräsentative Pfeifengraswiesen. Durch einerseits zunehmende landwirtschaftliche Intensivierung oder andererseits Aufgabe der traditionellen Streuwiesen-bewirtschaftung mit einmaliger Herbstmahd, gehört dieser artenreiche Lebensraumtyp in Österreich mittlerweile zu den stark gefährdeten (nach Essl et al., 2004).

Im Osten schließt das ESG die westlichen Bereiche des Selzthaler Moores mit ein. Hier befinden sich vom Torfabbau geprägte, aber dennoch regenerierungsfähige Hochmoorbereiche in verschiedenen Sukkzessionsstadien von Übergangsmooren bis hin zu Moorwäldern.

 

Gamperlacke: Infopoint-Tafel 1

Gamperlacke: Infopoint-Tafel 2

Gamperlacke: Infofolder