Natura 2000 – Steiermark

Webseite der Gebietsbetreuer der steirischen Europaschutzgebiete

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Nr. 17 Ennstaler Alpen / Gesäuse

Größe: 14.518,8 ha

Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Liezen, Leoben

Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Admont, Gaishorn, St. Gallen, Landl, Johnsbach, Hieflau, Radmer, Weng

Aktuelle Veranstaltungen im Nationalpark finden Sie hier.

Die Ennstaler Alpen gehören zu den landschaftlich beeindruckendsten Gebirgsgruppen der steirischen Kalkalpen. 1958 wurde das Gesäuse und anschließendes Ennstal bis zur Landesgrenze aufgrund seiner Ursprünglichkeit als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Gesäuseberge werden durch den tief eingeschnittenen Ennsfluss getrennt. Die Enns bildet am Gesäuseeingang einen wunderschönen Katarakt und pendelt weitere 7 km zwischen Hochtorgruppe und Buchstein durch das Gesäuse. Danach fließt sie weitere 9 km eine Felsschlucht unter Zinödl und Ennsmauer entlang. Das gesamte Gebiet beherbergt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen, Pflanzen und Tieren. So prägen hier verschiedenste Waldtypen, Kalkfels-, und Schuttfluren, Kalktuffquellen, Legbuchengebüsch, Höhlen und Niedermoore die Landschaft. Auch Fledermäuse, über 50 Brutvogelarten, darunter Adler und Weißrückenspecht, Insekten wie zum Beispiel der Alpenbock und unter den Orchideen der Frauenschuh kommen hier vor. Dies ist aber nur ein kleiner Auszug aus dem Artenreichtum des Gesäuses. 2002 erfolgte die Gründung des Nationalparks, 2006 wurde das Gebiet zum Europaschutzgebiet erklärt.

 

 

Alpine Flüsse und ihre Ufervegetation
Das Gesäuse hat seinen Namen vom Sausen der Enns zwischen den Kalkfelswänden von Hochtor und Buchstein. Dieser letzte unberührte Abschnitt der Enns zwischen Gesäuseeingang und Gstatterboden ist geprägt durch das Vorkommen von zahlreichen Schotterbänken und Flussinseln. Hier wachsen seltene Arten, wie das Uferreitgras. Der Flussuferläufer und auch der Fischotter finden hier geeignete Lebensräume.

Wärmeliebende Schutthalden
Eine Besonderheit der Ennstaler Alpen sind die großen Höhenunterschiede auf kleinstem Raum. So ziehen viele Schutthalden aus dem subalpinen Bereich bis hinunter ins Tal. In den tieferen Lagen bildet sich eine besondere Schuttflur mit dem seltenen Raugras. Eine gefährdete Schönheit im Gesäuse: Die Zierliche Federnelke.

Weitere wichtige Lebensräume:
• Alpine und subalpine Heiden
• Alpine und subalpine Kalkrasen
• Artenreiche montane Borstgrasrasen
• Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
• Magere Berg-Mähwiesen
• Übergangs- und Zwischenmoore
• Kalkreiche Niedermoore
• Kalk- und Kalkschieferschutthalden der montanen bis alpinen Stufe
• Karrenpflaster und Karrenfelder
• Nicht touristisch erschlossene Höhlen
• Hainsimsen-Buchenwald
• Waldmeister-Buchenwald
• Subalpiner Buchenwald mit Ahorn und Bergkampfer
• Orchideen-Buchenwald
• Bodensaure Fichtenwälder
• Kalktuffquellen
• Schlucht- und Hangmischwälder
• Lärchen-Zirben-Wälder
• Schlucht- und Hangmischwälder
• Restbestände von Erlen- und Eschenwäldern an Fließgewässern

 

LIFE Gesäuse 2005 – 2010

Ziel des LIFE-Projektes war schwerpunktmäßig die Verbesserung und Aufwertung der Lebensräume für bestimmte Zielarten entlang der Fließgewässer Enns und Johnsbach. Hier war auch das Natura 2000 Gebiet „Pürgschachen-Moos und ennsnahe Bereiche zwischen Selzthal und dem Gesäuseeingang“ eingebunden. Das Gesäuse soll im Verbund mit den benachbarten Naturwaldflächen im Nationalpark OÖ. Kalkalpen und im Wildnisgebiet Dürrenstein auch die Funktion eines überregionalen Ruheraumes für große migrierende Arten übernehmen. Weiters soll auch der Lebensraum für typische „Urwaldbewohner“ und Arten, die Alt- und Totholz benötigen, verbessert werden (z.B. Alpenbockkäfer, Spechte, Käuze).

LIFE an den Gewässern
Die Enns ist Österreichs längster Fluss, der zur Gänze (also von der Quelle bis zur Mündung) im Bundesgebiet verläuft. Durch das Projekt konnte eine nachhaltige Verbesserung der Lebensräume an der Enns und die bessere Anbindung der Zubringer erreicht werden. Eingriffe an den Uferverbauungen (Paltenspitz, Johnsbach) und im Forst sowie die Wiedereinbindung von Aubereichen (Lettmairau im Nationalpark) werden die Überlebenschancen gefährdeter Tiere und Pflanzen verbessern.

Die Maßnahmen an den Gewässern wurden durch die Projektpartner Wildbach- und Lawinenverbauung (Johnsbach) und Wasserwirtschaft Steiermark (Enns) umgesetzt.

LIFE im Wald
Der Wald ist das weitaus wichtigste Habitat: Seine vielen Variationen bedecken 50 % des Schutzgebietes. Die schonende Rückführung eines Teiles der landeseigenen Forste in naturnahe Wälder ist daher eine wichtige Aufgabe. Der Wald soll an Struktur gewinnen und damit auch stabiler gegen Naturkatastrophen und resistenter gegen Schädlingsbefall werden. Von der Umwandlung der Fichtenforste in Naturwald mit entsprechend hohem Totholzanteil werden vielen waldbewohnenden Arten profitieren. Die Steiermärkischen Landesforste waren für diese Maßnahmen im Projekt verantwortlich.

LIFE auf den Almen
Die Almen und Bergwiesen, für Landschaft und die Artenvielfalt besonders bedeutend, sollen im Nationalpark und Natura 2000 Gebiet erhalten bleiben. Im Gesäuse sind die meisten größeren Almen noch intakt. Doch schwer erreichbare Alpweiden sind auch hier schon aufgegeben worden. Hier wurde mit dem LIFE Projekt im Sinne der Arten- und Biotopvielfalt gegengesteuert. Sensible Flächen, wie die zahlreichen Niedermoore auf den Almen, wurden teilweise durch Auszäunungen geschützt. Alle Umsetzungen wurden gemeinsam mit den Almbauern festgelegt.

LIFE in der Öffentlichkeit
Informationen über die ablaufenden Projekte wurden während der gesamten Periode an die Öffentlichkeit weitergegeben. Ein „Besucherlenkungskonzept“ weist nun Vorrangzonen für die Natur und Erlebnisbereiche für Gäste und einheimische Besucher aus. Durch Informationsmaterialien, wie Folder und Infotafeln, und die gut ausgebildeten Nationalpark-Ranger und Aufsichtsorgane wird kontinuierliche Aufklärung über das sensible Europaschutzgebiet geleistet.

 

 

Gebietsbetreuung: Nationalpark Gesäuse GmbH
E-Mail: info@nationalpark.co.at
Tel.Nr.: 03613-21000

Mehr Informationen zu den Besonderheiten der Region, der wissenschaftlichen Forschung und dem ganzjährigen Besucherprogramm finden Sie auf der Website:

www.nationalpark.co.at