Natura 2000 – Steiermark

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Lebensraum Wald

Das Europaschutzgebiet ist durch ein Nebeneinander verschiedener, kleinflächiger Waldlebensräume geprägt, wobei FFH-Lebensraumtypen rund 790 ha ausmachen. Den flächenmäßig größten Anteil nehmen der Hainsimsen-Buchenwald und der Waldmeister-Buchenwald ein. In beiden Waldtypen dominiert die Rotbuche. Während der Hainsimsen-Buchenwald nur eine spärliche Krautschicht aufweist, zeichnet sicher der Waldmeister-Buchenwald durch eine gut ausgebildete Krautschicht mit vielen Geophyten aus. Im Europaschutzgebiet sind die Übergänge zwischen den beiden Waldtypen fließend, der Wechsel findet oft unmittelbar und auf kleiner Fläche statt.

Ein prioritär zu schützender Lebensraumstyp, der auch Fließgewässer begleitende Weidenauen beinhaltet, sind die Auen-Wälder mit Schwarzerle und Gewöhnlicher Esche. Restbestände dieses zur weichen Au gehörigen Waldtyps finden sich an allen größeren Fließgewässern im Gebiet, wo sie meist als einreihige, mitunter auch lückige Ufergalerien vorkommen.

Die Hartholzauenwälder mit Stieleiche, Flatterulme, Feldulme und Gewöhnlicher Esche haben ihr natürliches Vorkommen an den Ufern der großen Flüsse mit natürlicher Überflutungsdynamik, die dominante Baumart wird vom jeweiligen Wasserregime bestimmt. Sie sind entlang der Laßnitz und der Sulm abwärts vom Sulmsee zu finden. Der Silberwald bei Wagna ist der größte rezente Hartholzauenbestand im Gebiet.

Ein weiterer prioritärer Lebensraumtyp sind die Schlucht- und Hangmischwälder des Gebietes. Diese edelbaumreichen Wälder mit z. B. Bergahorn, Bergulme, Linde und Esche stocken auf Sonderstandorten mit Blockschutt, rutschendem Substrat und luftfeuchtem Mikroklima. Im Unterwuchs sind großblättrige Stauden und Farne reich entwickelt. Diese Wälder finden sich bei Frauenberg, Seggauberg und auf den sulmnahen Hängen bis Wagna und in Seitengräben des Wellinggraben.

Ausschließlich am Fastkogel, im Wellinggraben und im Bereich von Einöd findet man den Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald. Dieser stark gefährdete Waldtyp kommt sowohl natürlich als auch durch historische Nutzung bedingt als Ersatzgesellschaft von Buchenwäldern vor. Die Baumschicht ist mehrstufig aufgebaut, die Strauchschicht gut entwickelt. In der Krautschicht dominieren Trockenheits- und häufig auch Wärmezeiger.

Keinem Lebensraumtyp zuordenbar sind die Bestände mit einem hohen Anteil an Edelkastanien. Ausschlaggebend dafür ist der oft zu hohe Anteil an Fremdbaumarten wie Fichte und Föhre oder die meist zu kleinflächige Ausprägung. Eine Entwicklung dieser Bestände zum FFH-Lebensraumtyp Kastanienwald erscheint jedoch möglich.

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