Natura 2000 – Steiermark

Webseite der Gebietsbetreuer der steirischen Europaschutzgebiete

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Im Europaschutzgebiet finden sich viele naturnahe Stillgewässer, meist handelt es sich dabei um Altarmreste der größeren Fließgewässer. Diese Gewässer entsprechen bereichsweise Lebensraumtypen des Anhangs II der FFH-Richtlinie. Natürliche, nährstoffreiche Seen mit Wasserlinsendecken oder untergetauchten Laichkrautgesellschaften wurden in den Auwaldresten der Sulm und der Laßnitz nachgewiesen. Kennzeichend für diese meist grau bis blaugrün gefärbten Gewässer ist das Vorkommen von Laichkräutern oder Froschbiss, wobei neben dem eigentlichen Wasserkörper auch die Wasserwechselzone in den Lebensraumtyp mit einzubeziehen ist. Typische Habitatstrukturen sind arten- und strukturreiche Schwimmblattzonen sowie Ufer- und Verlandungszonen mit Röhrichten, Seggenrieden, Hochstaudenfluren oder Feuchtgebüschen.

Ebenfalls an der Sulm und an der Laßnitz findet man Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche stehende Gewässer mit Strandlings- bzw. Zwergbinsengesellschaften. Auch nährstoffärmere, schlammige sowie periodisch austrocknende Altwässer und Teichufer können zu diesem Typ zählen.
Die Kleingewässer im Gebiet sind wichtige Laichhabitate für Amphibien. So wurde der Alpenkammmolch beispielsweise in insgesamt 15 Gewässern des Europaschutzgebietes, vor allem in Altarmen und kleineren, überwiegend flacheren Weihern sowie in einem aufgelassenen Fischteich im Beriech der Laßnitz- und Sulmauen nachgewiesen. Fast alle der Laichgewässer dürften in sehr niederschlagsarmen Sommern autrocknen und sind dadurch über längere Zeiträume fischfrei. In Gewässern mit nur mäßig ausgeprägter Unterwasser- bzw. Verlandungsvegetation stellt das Fehlen von Fischen die entscheidene Voraussetzung für die erfolgreiche Vermehrung des Kammmolchs dar. Die im Wasserkörper frei schwimmenden Kammmolch-Larven sind nämlich schutzlos gegenüber ihren wichtigsten Fressfeinden, den Fischen.

Die hier ebenfalls vorkommende Gelbbauunke zählt hinsichtlich ihrer Laichplatzwahl zu den anspruchsloseren Arten und nutzt alte Nassstellen wie Radspuren, Viehtränken, Gräben und Entwässerungskanäle zum Ablaichen. Wichtig ist jedoch, dass die Gewässer sonnenexponiert sind und nur wenige oder gar keine höheren Pflanzen aufweisen. Im Europaschutzgebiet sind allerdings nur wenige geeignete Laichhabitate vorhanden. Die meisten Nachweise stammen aus der Laßnitzau südlich von Schönberg, der Kühau und aus dem Wellingbachtal. Ein Vorkommen im Kerngebiet kann zwar nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, ist jedoch wenig wahrscheinlich. Wenn, dann bestehen hier keine individuenreichen Gelbbauchunken-Vorkommen, da die Art sonst an einem der untersuchten Gewässer (z. B. auf Lagerplätzen, Baugruben) nachgewiesen worden wäre. Weiters finden sich bei Quellaustritten oft Fischteiche; diese potenziell besiedelbaren Standorte scheiden als mögliche Laichplätze weitestgehend aus.
Viele der Kleingewässer sind von Verlandung bedroht. Damit einher geht die Beeinträchtigung der genannten Lebensraumtypen und eine Lebensraumbedrohung für Alpenkammmolch und Gelbbauchunke.

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