Natura 2000 – Steiermark

Webseite der Gebietsbetreuer der steirischen Europaschutzgebiete

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Lebensraum Grünland

Durch extensive Bewirtschaftung und / oder durch die Einstellung der Mahd entstandene kräuterreiche Halbtrockenrasen sowie ruderalisierte Flächen und waldnahe Säume mit wärmeliebenden Pflanzen bestimmen über weite Teile das Erscheinungsbild des Europaschutzgebietes.

Immerhin zehn Prozent des Europaschutzgebietes nehmen Magere Flachland-Mähwiesen ein. Diese überdurchschnittlich artenreichen, meist buntblumigen Wiesen haben eine nur lückige Schicht aus Obergräsern und hochwüchsigen Stauden. Mittel- und Untergräser sowie Magerkeitszeiger hingegen kommen mit teils hohen Deckungsanteilen vor. Die Flächen werden nicht oder nur wenig gedüngt, meist ein- bzs zwei-, selten dreischürig gemäht (auch mit gelegentlicher Mähweidenutzung) und liegen auf trockenen bis frischen Böden. Der erste Heuschnitt findet nicht vor der Hauptblütezeit der Gräser statt. Die Mageren Flachland-Mähwiesen kommen im Untersuchungsgebiet je nach Exposition, Feuchtegrad und Untergrund in zahlreichen Variationen vor. Auf extrem flachgründigen Böschungen enthalten die Wiesen Elemente der bodensauren Grusrasen, die sich z. B. durch Pechnelke, Stinkendes Ferkelkraut, Zypressen-Wolfsmilch u. a. auszeichnen. Auf mäßig steilen bis stielen, lokal wasserzügigen Hängen finden sich von Bergklee dominierte Bestände. Dort, auf den tonhaltigen Stellen, prägen Feuchtezeiger wie z. B. der Große Wiesenknopf, die Kuckuckslichtnelke oder die Große Sterndolde das Bild. Die Bestände der trockenen bis frischen Ausprägungen sind im Kerngebiet noch ausreichend vorhanden, aktuell aber durch die bereichsweise Aufgabe der Bewirtschaftung bedroht. Die feuchte Ausprägung der artenreichen Glatthaferwiesen in den breiteren Tallagen des Kerngebietes, vor allem im Kroisgraben, Wellinggraben und Stumpfgraben, wird dort durch Äcker und artenarme Wirtschaftswiesen weitgehend verdrängt.

Naturnahe Kalk-Trockenrasen sind auf meist kalk-, zumindest aber basenreichen Böden wachsende, oft sehr artenreichen Trocken- und Halbtrockenrasen mit einem hohen Anteil submediterraner und / oder subkontinentaler Arten. Die Bestände sind sekundär, infolge von Beweidung oder Mahd, entstanden. Streuobstwiesen mit entsprechendem Unterwuchs werden auch diesem Typ zugeordnet. Die Kalktrockenrasen kommen vor allem im Osten auf Leithakalken auf extensiv bewirtschafteten Standorten trocken-sonniger Lagen vor. So wie die Mageren Flachland-Mähwiesen sind auch die Halbtrockenrasen des Gebietes vor allem durch Aufgabe der Bewirtschaftung gefährdet. Die Bearbeitung der steilen Hänge ist unrentabel geworden, die Viehhaltung hat stark abgenommen. Da das Heu nicht mehr benötigt wird, werden immer mehr Flächen der natürlichen Sukzessionen überlassen und beginnen zu verwalden.

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