Natura 2000 – Steiermark

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Informationsaustausch zu Natura 2000 im Waldgebiet des Wildoner Buchkogels

Rund 50 Teilnehmer informierten sich bei der Fachexkursion der Land&Forst Betreibe Steiermark am Wildoner Buchkogel über Natura 2000

Rund 50 Teilnehmer informierten sich bei der Fachexkursion der Land&Forst Betreibe Steiermark am Wildoner Buchkogel über Natura 2000

Der Wildoner Buchkogel war am 23.10.2017 Ziel einer Fachexkursion zum Thema „Waldbewirtschaftung unter Berücksichtigung von Natura 2000 Waldschutzgütern“, welche von Land&Forst Betriebe Steiermark organisiert wurde. Ziel war es, Wissen über Natura 2000 Schutzgüter im Wald und ihre Bedeutung für die Waldbewirtschaftung zu vermitteln und Akteure zu vernetzen. Waldeigentümer Dr. Bernhard Frizberg und Obmann Carl von Croy freuten sich über das große Interesse und konnten rund 50 Teilnehmer, darunter zahlreiche Behördenvertreter, Grundeigentümer und Schüler der Försterschule in Bruck/Mur begrüßen. Das Waldgebiet des Wildoner Buchkogels wurde 2013 zum Zwecke der Erhaltung eines standortgerechten naturnahen Buchenwaldbestandes mit diversen Pflanzenvorkommen wie z.B. der Alpen-Zyklame oder dem Seidelbast zum Naturschutzgebiet erklärt. Im Zuge eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens gegen Österreich wegen mangelnder Natura 2000 Nennungen hat auch das Land Steiermark Gutachter beauftragt Erhebungen durchzuführen ob weitere Gebiete aufgrund von geschützten Lebensraumtypen und Arten in das europäische Schutzgebietsnetzwerk aufzunehmen sind. 2015 wurde das Waldgebiet des Wildoner  Buchkogels von der Steiermärkischen Landesregierung als Natura 2000 gemeldet, wobei Schutzgüter Schlucht- und Hangmischwälder, Waldmeister Buchenwald und Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald sind. Die gut besuchte Natura 2000 Fachexkursion am Wildoner Buchkogel fand unter Begleitung von DI Dr. Georg Frank vom Bundesforschungszentrum Wald (BFW) statt, welcher die betroffenen Waldgesellschaften erörterte und auf Grundlagen und Interpretationsleitfäden einging. Waldbewirtschaftung ist jedenfalls weiterhin möglich, muss aber sowohl in Einklang mit dem Forstgesetz als auch den naturschutzrechtlichen Vorschriften aus den Natura 2000 Auflagen für das jeweilige Gebiet stehen. Am Wildoner Buchkogel ist das Vorkommen von invasiven Neophyten wie z.B. Götterbaum problematisch und für die Erhaltung des günstigen Zustandes des Waldes eine Zurückdrängung sowohl aus Sicht der Grundeigentümer als auch der Behörden vorteilhaft. Dr. Andrea Krapf vom Naturschutzreferat des Landes Steiermark gab Fachinput zum Thema Neophyten und zum neuen invasive Arten Gesetz Steiermark. Vertreter der  Bezirksforstinspektionen informierten über eine Fördermöglichkeit im Waldökologieprogramm zur Bekämpfung von Neophyten. Über die Rolle der Europaschutzgebietsbetreuung informierte Mag. Andrea Bund, welche diese Funktion für den Bezirk Leibnitz wahrnimmt. Die Europaschutzgebietsbetreuer des Landes Steiermark sind Ansprechpersonen für betroffene Grundeigentümer und im Zusammenwirken mit der Bezirksverwaltungsbehörde auch für die Abklärung zuständig ob gewisse Vorhaben eine erhebliche Auswirkung auf ein Schutzgut haben könnten und somit einem behördlichen Bewilligungsverfahren zuzuleiten sind. Zudem wird je nach finanzieller Möglichkeit versucht mittels Verträgen oder Projekten Beiträge für naturschutzfachliche Erhaltungsziele in Natura 2000 Gebieten zu erreichen. „Um auf der Fläche die gemeinsamen Ziele der Bewirtschafter und des Naturschutzes zu erreichen ist Transparenz und die Einbindung von Grundeigentümern in den Natura 2000 Prozess von Anfang an wesentlich. Ein gegenseitiger Austausch wie bei der heutigen Fachexkursion schafft Wissensvermittlung und gegenseitiges Bewusstsein für anstehende Herausforderungen. Es soll klargestellt sein, dass Natur nützen und Natur schützen eine Einheit bilden“, so Obmann Carl von Croy.